Gedenken an das Ankara-Massaker und Buchvorstellung „Bizim Ali“
Am 10. Oktober 2015 mischten sich zwei IS-Angreifer unter die Tausenden von Menschen, die sich vor dem Bahnhof von Ankara zur „Kundgebung für Arbeit, Frieden und Demokratie“ versammelt hatten, und verübten durch die Zündung von Sprengsätzen ein großes Massaker. Bei diesem Massaker kamen neben den Angreifern 103 Menschen ums Leben, während mehr als 500 weitere verletzt wurden. Unter den Toten befand sich auch Ali Kitapcı, ein anarchistischer Eisenbahner und Vorstandsmitglied der Gewerkschaft „Birleşik Taşımacılık“.
Das Buch Bizim Ali erzählt anhand von Ali Kitapcıs Lebensgeschichte von der anarchistischen Bewegung in der Türkei, die sich ab den 1980er Jahren herausbildete.
Die Geschichte von Bizim Ali (Unser Ali) ist die Geschichte von Oberstufen-Schüler*innen, die bereit sind, das System zu stürzen. Von Linken, die sich umeinander sorgen, sich gegenseitig vertrauen, sich freuen, wüten, hoffen und desillusioniert werden … Es ist die Geschichte der öffentlich Angestellten, die das erste jemals versprühte Tränengas der türkischen Polizei schmecken. Es ist die Geschichte eines Weichenstellers, dessen größte Sorge es ist, wie er ein Stück Seife und ein Handtuch kaufen kann um sich zu waschen bevor er nach Hause geht. Die Geschichte von den Arbeiter*innen in der ganzen Welt, die Widerstand leisten und die Geschichte derer, die an einem strahlenden Oktobertag ihre Stimmen gegen Krieg erhoben und aus dem Leben gerissen wurden.